Interview

So entsteht die Box.

Status Quo Wohnen: Die Dynamik hin zu immer teureren Miet- und Eigentumswohnungen, vorallem in den Ballungszentren, ist nicht aufzuhalten. Es werden zuwenig neue Wohnungen gebaut, der vorhandene Raum wird immer knapper.

Herr Beckert, Sie sind Innenarchitekt. Welche neuen Konzepte bieten Sie?
Der demographische Wandel, flexible Erwerbstätigkeiten und die rasant wachsenden Großstädte, all das wird neue und flexible Wohnformen erfordern. Derzeit, und höchstwahrscheinlich auch in Zukunft, ist auf den Wohnungsmärkten in München, Stuttgart, Frankfurt oder Berlin kaum Bewegung. Wer einen alten, günstigen Mietvertrag hat, zieht nicht mehr um. Vorhandenen Raum effektiver zu nutzen und den individuellen Bedürfnissen anzupassen, ist unser Ansatz.

Wie muß man sich das konkret vorstellen?
Wir fragen: Was genau wünschen Sie sich für die Zukunft? Was bedeutet Platz für Sie und wie möchten Sie zukünftig Räume nutzen? Wir analysieren das genau und entwickeln dann ein maßgeschneidertes Konzept. 

Ich lebe mit Familie zu Viert in einer Mietwohnung. Unser Raum ist ebenfalls knapp, jedoch lieben wir unsere Wohnung und möchten eigentlich nicht umziehen.
Diese Situation kenne ich gut. Hier kann eine neue, eine andere Nutzung der Räume eine tragfähige Lösung bringen. Auch wenn es momentan für Sie noch irgendwie geht, Kinder entwickeln sich, sie brauchen mehr Raum zum Spielen, aber auch um für sich zu sein. 

Muß ich für die Box baulich in die Substanz eingreifen? Ich weiß gar nicht ob das in unserer Mietwohnung möglich ist?
Die hier vorgestellte Box ist technisch wie ein Möbel aufgebaut und steht frei im Raum. Eine Einwilligung des Vermieters ist nicht nötig. In anderen Fällen, beispielsweise wenn ein Wanddurchbruch geschaffen werden muß, muß auf jeden Fall der Vermieter angefragt werden.

Welche Gestaltungsprinzipien legen Sie Ihren Arbeiten zugrunde?
Vielleicht könnte man unsere Philosophie am besten mit dem Dreiklang Charme, Technik und Professionalität beschreiben. Wir sind neugierig und suchen den Blick über den Tellerrand. Nur so kommt man zu neuen und innovativen Lösungen.

Wer stellt die Box her und wer montiert am Schluß?
Die Box wird von Andreas Küper und Team, eine der innovativsten Schreinereien in München, hergestellt. Wir geben mit unserer Expertise die konzeptionelle Gestaltung und die Funktionen vor, die Schreinerei Küper übernimmt mit ihrem fundierten Wissen die Umsetzung. Die Konstruktion der Box besteht aus vorgefertigten Modulen und bietet die höchstmögliche Flexibilität sowie einen minimierten Einsatz von Materialien. Durchdachte Details, wie das stabile und unsichtbare Konstruktionssystem für die Verbindungen der schlanken Trägerelemente, machen aus dem Möbel ein innovatives und ausgereiftes Produkt.   

Vertrauen und Transparenz sind elementare Bausteine auf dem Weg zum fertigen Produkt.
Richtig, den Auftraggeber einzubinden ist zu jedem Zeitpunkt ganz wichtig. Wir legen Wert darauf, daß schon mit Beginn des Projekts eine detaillierte Kostenplanung übergeben werden kann. Ein praktisches Beispiel zur Gestaltung und Umsetzung: nach dem Entwurf und dem Festlegen der Materialien und der Konstruktion baut die Schreinerei Küper in der Werkstatt die Box zur Probe auf – so können alle Beteiligten anschaulich nochmals Proportionen und Funktionen gemeinsam prüfen. 

Und wann wird dann montiert?
Durch die vorgefertigten Konstruktionselemente kann die Montagezeit deutlich verkürzt werden. Der Aufbau in der Wohnung ist an einem Tag umsetzbar.

Vielen Dank für das Gespräch.

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